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Lesen und Schreiben

Fragen Sie ein Kind oder einen Erwachsenen:" Warum muss man eigentlich überhaupt in die Schule gehen?", so werden Ihnen beide häufig das Gleiche antworten: "Na, um Lesen und Schreiben zu lernen!". Die große Bedeutung, die Kinder und ihre Eltern dem so genannten Schriftsprache Erwerb geben, entspricht der Wichtigkeit, die grundlegende Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben ihr ganzes Leben lang behalten.
Doch auch das Lesen- und Schreiben lernen muss aus der Sicht des Anfangsunterrichts betrachtet werden. Der Anfangsunterricht, so steht es im Bildungsplan, umfaßt die Klassen 1 und 2; die beiden ersten Schuljahre bilden eine Einheit. Wie für alle anderen Lernbereiche, so gilt für das Lesen und Schreiben lernen: Das Ziel ist für alle gleich verbindlich. Den Weg, die Methode, wählen die Lehrerin oder der Lehrer aus. Am Ende des ersten Schuljahres sollen die Kinder Sätze und kurze Texte erlesen können. Im zweiten Schuljahr sollen sie einfache Texte bereits flüssig lesen.
Nervosität und Ungeduld kommen zuweilen auf, wenn die Eltern die Methode der unterrichtenden Pädagoginnen und Pädagogen nicht nachvollziehen können. Dann hilft meist das direkte Gespräch mit der Lehrkraft des Kindes.
       
Rund 50 verschiedene Fibeln sind in den meisten Bundesländern zugelassen, und jede einzelne steht für ein bestimmtes Konzept. Meistens ist die Druckschrift die erste Leseschrift und auch die erste Schreibschrift. Mitunter lernen die Kinder das Lesen durch Schreiben mit Hilfe einer Anlaut-Tabelle. Wie auch immer:
Stand der Erkenntnis ist, dass die Kinder am besten Lesen und Schreiben lernen, 

                                                >wenn Lesen und Schreiben aufeinander bezogen werden und das eine                
              das andere unterstützt

            >wenn sie ermuntert werden, sich aktiv mit eigenen Texten auseinander zu               
              setzen

In diesem Falle müssen es Eltern aushalten, dass die klassische Reihenfolge: Lesen lernen - Schreiben lernen - Rechtschreiben lernen - Aufsatz schreiben - so nicht mehr gilt. Das Beherrschen der Rechtschreibung, das wird viele Eltern irritieren, ist nicht Voraussetzung für das kindliche Schreiben. Fehler sind notwendige und akzeptierte Stationen des Kindes auf dem Weg zur Schrift, zum Lesen und Schreiben, zum Rechtschreiben.

So antwortet Leah in der ersten Klasse , auf die Frage Warum ich in die Schule gehe?:" Ich gehe in die Schule, weil ich da lernen muss und ich gehe in die Schule, weil ich rechnen lernen muss und schreiben." Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Nie sind die Unterschiede größer als zu Beginn der Schulzeit. Das sollten Sie akzeptieren.